Wie sieht unsere Kommunikation aus? Und wie gestaltet sich diese?
Eigentlich haben Studien bereits bewiesen, dass man sich so verhält, als wäre es im "real life". Aber das stimmt nicht. Sicher ist es so, dass wir die selben Emotionen transportieren, aber die Art, wie wir es tun unterscheidet sich meiner Meinung nach gewaltig.
Im "echten Leben" kämen wir wahrscheinlich eher nicht auf die Idee, wenn wir mit einer Person sprechen, phasenweise einfach nichts zu sagen. Wir würden uns vermutlich auch nicht einfach umdrehen und gehen, ohne uns zu verabschieden. Was von Angesicht zu Angesicht noch funktioniert, online hat es seine Gültigkeit verloren.
Wie kommt das? Ich denke nicht, dass es daran liegt, dass wir über ein Gerät kommunizieren. Vielmehr scheint es mir ist unser Gehirn reizüberflutet. Schon länger ist Neurowissenschaftlern bekannt, dass mulitasking weder "ordentlich" funktioniert, noch sinnvoll ist. Nicht nur die Tätigkeiten, die uns im Moment beschäftigen benötigen unsere Aufmerksamkeit - und selbst von denen gibt es jede Menge. Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht einer Fülle von Reizen ausgesetzt sind. Wir tippen schnell ein sms ins mobile, während wir ein Gespräch führen, wir chatten nebenbei noch mit mehreren Personen, unterdessen läuft der Radio oder der Fernseher. Dazu kommen noch die E-Mails, die man sich kurz ansieht und die Feedreader fordern auch ihre Aufmerksamkeit. Dann muss man natürlich noch eine Mood Message posten, ein Foto von der Tätigkeit, die man gerade macht und noch rasch einen Kommentar hier, ein "gefällt mir" da, dann klingelt das Telefon und man sucht - das mobile eingequetscht zwischen Schulter und Ohr - die Unterlagen, die man gerade braucht.
Schuld an dem ganzen Dilemma ist die sogenannte Exekutivfunktion im Gehirn. Sie ist darauf programmiert, neuen Reizen unabdingbar zu folgen. Schließlich war es in der Evolution nötig auf alle Gefahren sofort zu reagieren.
Allerdings, sind die Gefahren der Neuzeit eher, wie man mit dem Stress der Vielzahl von Ablenkungen umgeht. Wir sind einer Fülle von Reizen ausgesetzt und ständig gilt es zu entscheiden, was als Erstes gemacht werden muss und ob eine Tätigkeit zugunsten einer weniger wichtigen zu unterbrechen ist.
Denn, was den Stress die Summe der Reize zu bewältigen noch erhöht ist, wir schleppen auch stängig eine Vielzahl an Unerledigtem im Kopf mit uns herum. Das verstärkt die Belastung noch zusätzlich.
Warum dann der Mensch dazu tendiert "gefährliche Schiebschaften" zu tun ist mir noch unklar. Prokrastination ist eine alltäglich angewandte Technik um sich die Erledigungen vom Hals zu schaffen - funktioniert nur leider schlecht.
Also, Fazit, weniger ist mehr. Und mehr Aufmerksamkeit und Höflichkeit würde uns nicht schaden!
Ich bin nicht der Dauerempfehler
vor 3 Tagen
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