Sonntag, 29. März 2009

Abschiede



"Jene Schiffe, welche verließen denselben Hafen, einem unbekannten Geschick entgegen, haben sie sich voneinander entfernt?"


Wir kennen es alle. Es schmerzt. Eigentlich wollen wir es nicht. Meistens jedenfalls. Oft ist es auch dann schwer zu akzeptieren, wenn wir es ersehnt haben. Abschied. Loslassen.
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluß steigen,“ sagt Heraklit. Und obwohl wir das wissen, können wir es schwer annehmen.
Unsere Kinder werden groß, wir müssen sie gehen lassen. Wir ziehen um, wechseln den Arbeitsplatz, Freunde verlassen uns, Partner.
Wir haben uns so sehr an etwas in unserem Leben gewöhnt, dass wir es nicht missen wollen. Aber das Leben ist Veränderung.
Dieses "stirb und werde" ist ein Teil unseres Lebens und es hat wenig Sinn sich dagegen zu wehren, weh tut es alle Mal. Wahrscheinlich müssen wir durch diesen Schmerz hindurch gehen. Ihn annehmen. Transformieren.

Selige Sehnsucht

Sag es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet:
Das Lebendge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.

J.W. Goethe

no more words.....

Sonntag, 15. März 2009

Ich hab dich so lieb

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei - verjährt -
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles was lange währt,
ist leise.

Die Zeit entstellt
alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
an einem Sieb.

Ich hab dich so lieb.

Joachim Ringelnatz

Sonntag, 8. März 2009

C'est la vie

Möglicherweise sind uns die Wege in unserem Leben vorgegeben.

Manche von uns setzen nur zögerlich einen Fuß vor den anderen, in ständiger Angst, hinter der nächsten Abzweigung könnten Schmerz und Verlust warten. Manche finden den Ort an dem sie sind so angenehm, dass sie nicht weiter gehen wollen. Andere wiederum rennen, nicht links und rechts blickend, auf das vermeintliche Ziel zu.
Manche setzen sich an den Straßenrand und warten auf ein Auto, weil sie zu faul sind um selber zu gehen. Manche haben schon vor dem ersten Schritt eine genaue Route geplant, haben das Risiko und den Aufwand genau berechnet und eine Kosten -Nutzen Rechung angestellt, um auf alles vorbereitet zu sein und den effizientesten Weg zu wählen. Manche schlendern die Straße entlang und lassen sich verzückt von allem aufhalten, das sich gerade anbietet. Manche suchen Gesellschaft, einige ziehen lieber alleine los.
Manche gehen beherzt mutigen Schrittes, in dem Bewußtsein, alles was auf sie zukommt anzunehmen, sie haben eine Regenjacke für schlechtes Wetter, einen Sonnenhut um nicht zu verbrennen, sie sehen die Schönheiten, die ihnen begegenen, sie erdulden die Entbehrungen - aber sie verweilen nirgendwo länger als nötig.....

Ja, die Wege in unserem Leben sind wohl vorgegeben, aber welchen wir gehen und wie, das bleibt allein unsere Entscheidung!


Nur in der Bewegung, so schmerzlich sie sei, ist Leben.
Jacob Burckhardt (1818-97), schweizer. Historiker

Mittwoch, 4. März 2009

Mens agitat molem

Ich bin ja schon immer ein Fan von Visualisierung gewesen, auch weil sie bei mir "fast" immer gut funktioniert. Es ist ganz simpel. Wenn man sich etwas vorstellt, dann schickt man diesen Gedanken in Form von Energieschwingung hinaus in die Welt und dieser trifft notwendiger Weise auf eben auf das Gedachte, weil die Schwingungsmuster übereinstimmen. Deshalb sollte man auch vorsichtig sein, was man sich wünscht.

Bisher ist die Forschung davon ausgegangen, dass das Gehirn über die größte elektromagnetische Schwingungskraft des Menschen verfügt. Jedoch haben neurokardiologische Studien gezeigt, dass das Herz ein bis zu 60-mal stärkeres Signal als das Gehirn aussendet. Das magnetische Feld des Herzens ist sogar 5000-mal stärker als das des Gehirns. Wir senden also über unser Herz viel mehr Energie aus, als es unser Gehirn vermag.

Dadurch ist auch leicht erklärt, warum sich manche unserer Wünsche leicht erfüllen und andere gar nicht. Man kann sich etwas noch so oft visualisieren, wenn sich das Gewünschte nicht auch im Herzen manifestiert hat, dann wird es sich nicht erfüllen.
Wir bauen zwar beständig Affirmationen in unserem Geist auf, aber ohne die gefühlsmäßige Überzeugung des Gewünschten sendet eben nur unser Gehirn eletromagnetische Wellen aus und unser Herz die Zweifel in einer um so viel stärkeren Frequenz ...keine Chance also zur Verwirklichung.

Es kann sich also nur das in unserem Leben verwirklichen, woran wir aus tiefstem Herzen glauben!

let's swing ;-)

Montag, 2. März 2009

Der radikale Konstruktivismus

and if I open the right door, would I know?


„Die Wissenschaft hat insofern recht, als natürlich keine Vielheit ohne Führung, ohne eine gewisse Ordnung und Gruppierung zu bändigen ist. Unrecht dagegen hat sie darin, dass sie glaubt, es sei nur eine einmalige, bindende, lebenslängliche Ordnung der vielen Unter-Ichs möglich. (….) Wir ergänzen daher die lückenhafte Seelenlehre der Wissenschaft durch den Begriff, den wir Aufbaukunst nennen. Wir zeigen demjenigen, der das Auseinanderfallen seines Ichs erlebt hat, dass er die Stücke jederzeit in beliebiger Ordnung neu zusammenstellen und dass er damit eine unendliche Mannigfaltigkeit des Lebensspieles erzielen kann. Wie der Dichter aus einer Handvoll Figuren ein Drama schafft, so bauen wir aus den Figuren unsres zerlegten Ichs immerzu neue Gruppen mit neuen Spielen und Spannungen, mit ewig neuen Situationen.“ (….) Dann strich er mit heiterer Gebärde über das Brett, warf alle Figuren sachte um, schob sie auf einen Haufen und baute nachdenklich, ein wählerischer Künstler, aus denselben Figuren ein ganz neues Spiel mit ganz anderen Gruppierungen, Beziehungen und Verflechtungen. Das zweite Spiel war dem ersten verwandt: es war dieselbe Welt, dasselbe Material, aus dem er es aufbaute. Aber die Tonart war verändert, das Tempo gewechselt, die Motive anders betont, die Situation anders gestellt.
Und so baute der kluge Aufbauer aus den Gestalten, deren jede ein Stück meiner selbst war, ein Spiel ums andere auf, alle einander von ferne ähnlich, alle erkennbar als derselben Welt angehörig, derselben Herkunft verpflichtet, dennoch jedes völlig neu.

(Aus "Der Steppenwolf " von Hermann Hesse)



http://www.youtube.com/watch?v=p_Kw3JHllv8&feature=related



Sonntag, 1. März 2009

aufmerksam

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.

Wilhelm Busch, (1832 - 1908)