An der Ecke beim Schottentor steht ein Mann, neben der Bank Austria - vor dem Haus der Casinos Austria. Viel Geld verbirgt sich hinter diesen Mauern. Er steht doch häufig dort, was günstig ist, denn so finde ich ihn wenigstens leicht.
Er heißt Stanislav, er lebt auf der Straße, oder besser gesagt bei der hohen Warte. Jedesmal wenn ich ihn treffe, erzählt er mir das Gleiche, von der hohen Warte und, dass es dort schön warm ist. Ich bin froh. Ich habe ihn mittlerweile sehr ins Herz geschlossen, ja sogar richtig lieb gewonnen.
Ich hatte vor Jahren angefangen ihm Geld zu geben, ich fand ihn immer schon liebenswert. Irgendwann hab ich begonnen mit ihm zu plaudern, seine Hand zu halten. Wir haben richtig Spaß zusammen und er macht mich glücklich. Ich weiß nicht wer von uns beiden sich mehr freut. Er, weil er ein bisschen Geld bekommt, oder ich, weil mir die Freude in seinen Augen so gut tut. Es ist aber völlig egal.
Natürlich denke ich über ihn nach, frage mich, was ich noch tun könnte, will mehr über ihn wissen. Warum er in dieser Situation ist, wie es ihm geht.
Das Erstaunliche an ihm ist, er ist eigentlich immer gut aufgelegt. Heute hat er mir berichtet "ich hab nur zwei verschiedene Schuhe am Flohmarkt am Naschmarkt bekommen ( Größe 46, hat er mir mal erzählt, da ist es nicht leicht Schuhe zu bekommen) aber dafür hab ich zwei Unterhosen gekriegt, zieht aus seiner Tasche eine Rote und eine Grüne . "Na das ist doch praktisch", sage ich und wir lachen.
Dann gehen wir in verschiedene Richtungen, "schönen Sonntag" ruft er, ich winke ihm nach. Schön, dass es solche Menschen gibt und wichtig, denn sie zeigen uns wie einfach und wundervoll Kleinigkeiten sind.
Wenn ihr ihn stehen seht, dann gebt ihm doch ein bisschen Geld und vielleicht lächelt ihr ihn auch an, er freut sich bestimmt!
Ich bin nicht der Dauerempfehler
vor 3 Tagen
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